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Für *Eltern

Vaterfreuden

13. Juli 2014
Von Tom Rhein

Tom Rhein heißt eigentlich anders, ist 26 und lebt und wohnt an Rhein und Ruhr. Hier berichtet er von der Vorbereitung aufs erste Kind. Weil er seinem Nachwuchs noch keine digitale Identität schaffen will, bleibt er hier anonym.

Texte von Tom
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Schwanger! Für die meisten Studenten der pure Horror, für Tom ein Grund zur Freude. Wäre es nur nicht so früh am Morgen. Teil 1 der Vater-Kolumne

Schwanger sein betrifft nur Frauen? Von wegen! Wir lassen einen werdenden Papa zu Wort kommen – in seiner Kolumne plaudert der Student Tom Rhein über Vaterfreuden und fiese Entscheidungsmomente.

Mit einem blauen Kreuz fängt alles an. Vor vier Wochen hält mir meine Freundin aufgeregt einen Schwangerschaftstest unter die Nase. Es ist früh am Morgen und ich bin noch irgendwo zwischen Traum und Realität gefangen; ich verstehe im ersten Moment gar nicht so richtig, was los ist – da hat sie schon das Telefon am Ohr und erzählt ihrer besten Freundin von unserem Glück. „Alter – du wirst Vadder“, geht mir durch den Kopf. Krass.

Es ist nicht so, als hätte mich die Nachricht vollkommen unvorbereitet getroffen. Wenn man sich als Paar vornimmt, nicht mehr zu verhüten, dann ist das Ergebnis im besten Fall eben genau das – eine Schwangerschaft.
Trotzdem: Die Vehemenz, mit der sich diese Tatsache in mein Bewusstsein bohrt, fühlt sich an wie eine Kopfabwehr in der Freistoßmauer (kann aber auch das Feierabendbier gewesen sein). Außerdem bin ich gerade erst wach und von der puren Euphorie und dem in Endorphin getränktem Redeschwall meiner Freundin überfordert.

Wer hat sich das bloß ausgedacht? Frühmorgens wird auf ein Stäbchen gepinkelt und dann gebannt darauf gewartet, ob ein blaues Kreuz auftaucht. Irgendwie verrückt. Aber hey, was soll’s? Ich werde in Zukunft wohl noch ganz andere Dinge tun müssen, über die ich bisher noch nie nachgedacht habe. Ganz weit oben auf dieser Liste: Besuche beim Frauenarzt, Eltern-Kind-Kurse, Brüste mit Öl massieren ohne sexuellen Hintergedanken – vom Windeln Wechseln und mitten in der Nacht das Kind Beruhigen ganz zu schweigen. Papa werden, ich freu mich drauf.


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