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Für *Fürsorgliche

Mülltonne auf Pilgerpfaden

21. Mai 2014
Von Pauline Fischer

Der französische Künstler Julien Fargetton hat uns einen Streich gespielt: Für sein Projekt Marseille/Cogoleto will er eine verirrte Mülltonne heimbringen. Sein kindlicher Blick sät Zwiespalt in unseren modernen Werten.

Eines Tages reist Julien zu Fuß durch Marseille, genauer: über einen kleinen verlassenen Strand auf einer Insel in der Bucht vor der Hafenstadt. Und findet eine Mülltonne mit italienischer Aufschrift. Erstaunt und fasziniert von diesem Fund nimmt Julien den Container mit. Am Festland bestimmt er den Herkunftsort der Tonne: Kommune Cogoleto in der Provinz Genova. Julien kreiert nun sein Projekt: Warum die Mülltonne nicht einfach nach Hause bringen? Zurück an ihren angestammten Platz?

Ein Witz, denkst du. Doch was intuitiv als Ironie wahrgenommen wird, wirkt im nächsten Moment poetisch, sogar todernst. Das Vorhaben wohnt dem Fund inne, ist gar an sich logisch, und hat zugleich eine komplette Absurdität in den Augen des modernen Menschen.

Julien mag diesen Spagat, Zwiespalt zu säen zwischen den Definitionen und Werten, die unser Köpfchen so heiß und innig liebt. Er schafft es mit seinem kindlichen, vorsätzlich vereinfachten Blick, den er schon in seinen vorigen Arbeiten anwendete:

Die bekannte Marseiller Seife ist eigentlich zum Waschen gedacht, nun liegt sie vor den Füßen des Künstlers.

Die bekannte Marseiller Seife ist eigentlich zum Waschen gedacht, nun liegt sie vor den Füßen des Künstlers.

Noch bis Freitag, 23. Mai läuft Julien Fargettons Crowdfundingprojekt. Bis dahin habt ihr die Möglichkeit, den Künstler mit Spenden zu unterstützen - und dafür eine hübsche Gegenleistung zu bekommen: eine Postkarte von unterwegs, ein handgemaltes Aquarell oder ein Poster.


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