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Für *Waldschrate

Was die Mehrheit sagt

26. Dezember 2013
Von Helene von Schwichow

Helene aus Berlin ist Plattenspieler-Redakteurin bei TONIC

Texte von Helene
autor@tonic-magazin.de

Helene von Schwichow

The Majority Says sind das Pfeifen im schwedischen Walde: Sechs Musiker werkeln gleichberechtigt an der Musik – doch wer entscheidet, wenn sich ihre Ideen nicht verbinden lassen? Emil, Hanna, Axel, Timo, Mathias und Jonathan über Aufnahmen in der Pampa, Freunde, Geliebte und festliche Tänze um den Tannenbaum.

Was sagt die Mehrheit über The Majority Says?

Mathias: Sollten wir das wissen?

Emil: Wir sind eine ziemlich interessante Band, weil die Mehrheit nie verstehen wird, wer wir eigentlich sind. Möglicherweise nicht, weil sie unsere Musik nicht verstehen, sondern weil wir so unterschiedliche Musik spielen.

Was für Musik denn?

Mathias: Wir mischen gerne verschiedene Arten von Musik in unseren Songs. Wir sind sechs Menschen, die viel unterschiedliche Musik hören. Unserer eigenen Musik verleiht das etwas Geheimnisvolles.

Haltet ihr die Meinung der Mehrheit im Allgemeinen für wichtig?

Jonathan: Ich halte unseren Namen für ironisch. Besonders dann, wenn man die Inhalte unserer Texte kennt. Viele unserer Songs handeln von Unsicherheit, Fragen und Beziehungen. Das sind sehr individuelle Themen, die mit dem, was die Mehrheit denkt, eigentlich wenig zu tun haben.

Ihr habt hier in Berlin auf der MitVergnügen Weihnachtsparty gespielt. Welcher ist euer Lieblings Weihnachtssong?

Axel: In unserer Jugend haben wir viel Musik in der Weihnachtszeit gemacht, im Chor gesungen und so. Wir haben eine spezielle Beziehung zu Weihnachtsliedern. Ich frage mich, was Weihnachtslieder eigentlich haben, das andere Songs nicht haben.

Emil: Es gibt diesen Song: „Another Christmas,“ in dem es darum geht, Weihnachten alleine zu verbringen. Der Text ist echt wunderschön.

Es gibt eine skandinavische Tradition, an Weihnachten im Kreis um den Tannenbaum zu tanzen. Macht ihr das auch?

Hanna: Klar, ihr etwa nicht? Macht man aber eher auf größeren Festen. Zur Mitsommernacht machen wir genau das gleiche . Es gibt das gleiche Essen. Und dazu spielt man die gleiche Musik!

Eure EP „Between Love and simple Friends“ ist gerade erschienen. Wisst ihr jetzt besser, wo diese Linie verläuft?

Emil: Uns ist klar geworden, dass wir es nie genau wissen werden. Und dass es genau so sein soll.

Mathias: Ich denke, dass man sich diese Frage immer stellen und nie eine perfekte Antwort finden wird. Zumindest so lange man jung ist. Die meisten unserer Songs handeln davon, wie wir uns jetzt fühlen. Ich glaube, ältere Menschen wissen deutlich mehr über die Liebe als wir.

Euer Album folgt im April und wurde in einem Studio im Wald in Schweden aufgenommen. Warum im Wald?

Emil: Der Wald ist ein guter Ort, um sich auf das zu konzentrieren, was man gerade tut.

Hanna: Musik ist alles, was du dort machen kannst.

Timo: Wir sammeln im Großstadtleben Inspiration und gehen dann in den Wald, um sie zu verarbeiten.

Hört man die Wald-Atmosphäre auch auf dem Album?

Axel: Wir haben jetzt nicht den Wind aufgenommen aber der Wald ist schon sehr inspirierend, ja.

Hanna: Das Studio hat riesige Fenster, also sitzen wir oft nur da und schauen in den Wald.

Mathias: Es ist echt im Nirgendwo. Milch zu kaufen ist da schon eine größere Aufgabe.

Kommt es da nicht manchmal zum Streit, wenn ihr so lange unter euch seid?

Axel: Man man muss nicht automatisch wütend werden, weil man frustriert ist. Das sind zwei verschiedene Dinge. Und man kann immer einen Waldspaziergang machen...

Jonathan: In diesem Fall ist es tatsächlich sehr gut, eine so große Band zu sein. Wir sind zu sechst. Wenn man von irgendwem genervt ist, kann man sich einfach aus dem Weg gehen.

Das mag ein Vorteil sein, aber ist die Größe eurer Band nicht häufig auch ein Nachteil? Wie schließt ihr Kompromisse, wenn ihr uneins seid?

Axel: Manchmal können wir nicht die Ideen aller in einen Song eiarbeiten. Wir versuchen dann, diejenigen beim nächsten Song glücklicher zu machen.

Einige Songs wurden in Werbesports und TV-Serien verwendet. Habt ihr keine Angst, dass eure Musik dadurch zu kommerziell, zum Mainstream werden könnte?

Timo: Die Gefahr sehe ich nicht. Wir machen immer noch unsere Musik.

Mathias: Wir haben festgestellt, dass man darum kämpfen muss, sein eigenes Ding machen zu können. Dafür ist es sehr wichtig, die Menschen, mit denen man zusammenarbeitet, mit Bedacht zu wählen. Das haben wir geschafft. Und so können wir unsere eigene Musik durchziehen, selbst wenn die Mainstream ist.

Emil: Mainstream ist kein schlechtes Wort.

Wird The Majority Says also das nächste große Ding?

Emil: Darüber entscheidet die Merheit!


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