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Für *Schlachtgesänge

Swurf Pop auf Platte

1. Dezember 2013
Von Louisa Zimmer

Louisa ist Autorin bei TONIC.

Texte von Louisa
autor@tonic-magazin.de

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Wenn diese Musik eines nicht mehr ist, dann lila. Die Band, die früher Alvin Purple hieß, spielt ihren düster-intellektuellen Pop jetzt unter den Namen Battle Lines. Sängerin Carly Humphries erzählt im TONIC-Interview über prominente Sitznachbarn, ihrer Liebe zu gepresster Musik und was das Hickhack um den Namen soll.

Bis vor kurzem hießt ihr noch Alvin Purple. Warum habt ihr den Bandnamen geändert?

Als wir die Band damals gegründet haben, klang unsere Musik komplett anders als heute. Der Name passt jetzt nicht mehr zu unserem Stil. Mit dem neuen Namen wollen wir ein neues Kapitel einläuten. Außer mir war niemand glücklich mit dem alten Namen. Wir haben zwei Monate gebraucht, um uns auf einen neuen zu einigen. Das war ein langes Hin und Her! Jetzt sind aber alle zufrieden damit, Battle Lines zu heißen.

Wie würdest du diesen Stil denn beschreiben, der nicht mehr zu Alvin Purple passt?

Wir bezeichnen unseren Stil meist als dunklen, intellektuellen Pop. Ein bisschen Gothic ist auch dabei. Jemand hat unsere Musik kürzlich „Swurf Pop“ genannt – ich weiß zwar nicht genau, was das heißt, aber vermutlich soll das die Düsternis in unserer Art von Pop widerspiegeln.

Ihr seid aus Leeds im Norden Englands. Die Stadt ist nicht berühmt für ihre blühende Musikszene, oder?

Leeds hat eine großartige Musikszene! Viele neue Bands kommen gerade groß raus. Leeds ist ein Ort, den man genauer im Auge behalten sollte! Im Sommer sind wir dort auf dem großen Leeds-Festival aufgetreten, das war richtig toll. Wir waren alle schon als Zuschauer dort. Diesmal sind viele unserer Freunde gekommen, um uns zu sehen.

Ihr seid außerdem auf dem letzten Reading-Festival aufgetreten, eure erste Festival-Saison liegt hinter euch. Was habt ihr dabei erlebt?

Es gab nicht den verrückten Zwischenfall. Trotzdem war es großartig, die Festivals mal aus einer anderen Perspektive zu erleben. Wir haben unsere Backstage-Pässe genutzt, um das Gelände zu erkunden. Viele Auftritte haben wir uns auf den VIP-Plätzen neben der Bühne angeguckt und lauter berühmte Leute kennengelernt, zum Beispiel Este, die Bassistin von Haim, die Rapperin Angel Haze oder Edith Bowman (BBC-Moderatorin, Anmerkung d. Red.).

Du bist die einzige Frau in der Band. Wie hältst du das alleine unter so vielen Männer aus?

Es macht mir sogar Spaß, die einzige Frau in der Band zu sein! Aber es stimmt, manchmal vermisse ich die Girl-Power und denke, dass ich zu sehr zu einem Typen werde (lacht). Wir sind wie Geschwister. Und falls es Streit gibt, lösen wir ihn demokratisch.

Wer hat eure Musik geprägt?

Ich persönlich mag Künstler wie Lykke Ly oder Portishead. Das sind auch die einzigen, auf die sich die ganze Band einigen kann. Unser Musikgeschmack ist sehr verschieden, was auch unseren Stil beeinflusst. Wenn ich ein Solo-Künstler wäre, würde meine Musik total anders klingen.

Eure erste EP wurde nur als Vinyl und Download veröffentlicht. Retro und digital – wie kam dieser Kontrast zustande?

Wir sind alle Vinyl-Liebhaber und besitzen Plattensammlungen. Es war deswegen ein besonderer Wunsch von uns, eine eigene Platte rauszubringen. Ich kann nicht nachvollziehen, weshalb sich die meisten Leute heute eher CDs kaufen als Schallplatten. Da wir in der Band unsere Musik meistens auf Platten oder aus dem Internet beziehen, haben wir unsere Single auch nur so veröffentlicht.

Euer Video zur Single „Colonies“ benutzt alte Filmausschnitte, die mit dem Songtext untertitelt werden. Woher kam die Idee?

Wir wollten ein Video, das ungewöhnlich ist und die Stimmung des Songs verbildlicht. Mit diesem Einfall haben wir beides verwirklicht.

Das Jahr neigt sich dem Ende entgegen, was habt ihr noch vor?

Wir haben ständig Konzerte. Wenn wir mal eine Pause haben, schreiben wir neue Songs. Wir würden gerne auf Europa-Tournee gehen und auch mal in Deutschland spielen. Nächstes Jahr streben wir dann die Weltherrschaft an.


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