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Für *Unbeschriebene Blätter

Phil Collins in der Wüste

15. September 2013
Von Louisa Zimmer

Louisa ist Autorin bei TONIC.

Texte von Louisa
autor@tonic-magazin.de

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Der Wilde Westen ist zum Greifen nah: Jeffrey Jacobs und Angela Gail machen als „In The Valley Below“ verträumten kalifornischen Pop. Im TONIC-Interview spricht Angela über perfekte Gitarristen, Phil Collins und „die dunkle Seite der Traumwelt“.

Ursprünglich stammst du aus Michigan. Warum bist du ins 5000 Kilometer entfernte Los Angeles gezogen?

Abgesehen davon, dass es in Michigan meistens arschkalt ist, lebte in Los Angeles damals niemand, den ich kannte. Es wirkte aus der Ferne auf mich wie ein Traumland, von dem man nicht weiß, ob es wirklich existiert. Außerdem heißt es, dies sei der ideale Ort, um professioneller Künstler zu werden.

Hattest du also schon vor dem Umzug die Absicht, Musikerin zu werden?

Ja. Ich habe schon in Michigan im Chor gesungen und mir selbst beigebracht, Gitarre zu spielen. Ich hatte schon früher den Traum, Musikerin zu werden.

Welche Musik hörst du privat?

Vor allem Classic Rock, zum Beispiel von den Rolling Stones oder Pink Floyd. Auch Phil Collins und Peter Gabriel mag ich sehr, das habe ich mit Jeffrey gemeinsam. Wir haben diese Band gegründet, weil wir die Musik lieben.

Wie habt ihr euch kennengelernt?

Wir haben uns in LA getroffen. Bevor wir wirklich miteinander gesprochen haben, sind wir uns ein paarmal über den Weg gelaufen. Ich hab ihn irgendwann mit seiner damaligen Band bei einem Konzert gesehen und dachte: Das ist der perfekte Gitarrist. Später stellte sich zum Glück auch heraus, dass er dazu ein netter Typ ist. Dann habe ich seine Band als Bassistin verstärkt, wir haben dann auf dem South By Southwest Festival in Texas gespielt. Nachdem wir uns gut genug kennengelernt hatten, gründeten wir einfach unsere eigene Band.

Welche Träume wolltet ihr mit der Band verwirklichen?

Wir haben viele Songs gehört, von denen wir uns wünschen, sie selbst geschrieben zu haben. Songs wie „In The Air Tonight“ oder „Take Me Home“. Wir haben einfach versucht, die beste Musik zu machen, die wir uns vorstellen können.

Fühlt ihr euch einem bestimmten Genre zugehörig?

Ich glaube, wir vereinen viele Genres, wir lieben Songtexte aus Folksongs, zum Beispiel Bob Dylan. Wir mögen die Sexiness von Led Zeppelin und die Dunkelheit von Pink Floyd. Jeffrey ist auch großer Fan von den Beatles. Es ist eine Kombination von all diesen Dingen. Wir haben versucht, unsere Vorlieben aus den jeweiligen Richtungen herauszupicken und unseren eigenen Sound zu kreieren. Wir haben uns verschiedene Namen für das Genre von In The Valley Below ausgedacht. Zum Beispiel „Witch Collins“, weil wir so auf seine Musik stehen.

Welche Geschichten erzählt ihr auf eurem Album „The Belt“?

Da ist alles drin. Vor allem geht es um Beziehungen, Reue und Familiengeschichten. Sogar Politik ist auf dem Album!

Euer Video zum Song „Take Me Back“ erinnert an den Wilden Westen. Was bedeutet der „Westen“ für euch?

Wir leben beide in Los Angeles. Du kannst eine Stunde fahren und bist mitten in einer Wüste. Der Wilde Westen ist also zum Greifen nah. Es ist ein magischer Ort. Wir dachten, dass das gut zum Gefühl des Songs passt und haben daher dort das Video gedreht. Es ist wie die dunkle Seite der Traumwelt.

Ist diese Faszination auch der Grund, weswegen du auf der Bühne lange, weiße Präriekleider trägst?

Ich liebe Vintage-Kleidung. Für die Band bin ich bei weißen Kleidern geblieben. Wie eine offene Leinwand oder ein unbeschriebenes Blatt. Wir lassen unsere Songs offen für Interpretation, daher passt das gut. Außerdem muss ich vor Konzerten nicht so lange überlegen, was ich anziehe.

Im November seid ihr die Vorgruppe der White Lies. Mit welchem Künstler würdet ihr gerne touren?

Gute Frage. Auch wenn wir wahrscheinlich andere Fans haben, würde ich am liebsten bei einer Reunion von Genesis auf Tour sein. Es wäre auch interessant, mit einer Tanzgruppe zu unterwegs zu sein und nicht mit einer Band.

Die letzten Tage habt ihr in Deutschland verbracht. Gibt es etwas, das euch besonders gefallen hat?

Ein Manager vom Plattenlabel hat uns auf eine Tour durch Berlin mitgenommen. Wir haben viel über die Geschichte erfahren, das war sehr interessant. Hamburg ist auch eine sehr schöne Stadt.

Auf eurem Instagram-Account finden sich viele Fotos vom Essen. Schnitzel oder Currywurst?

Das ist leicht, Schnitzel (lacht).


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