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Für *Gummistiefelträger

Dem Sommer zum Abschied ein Fest

18. September 2013
Von Kim Nienau

Wolfenbüttel, ein beschaulicher Ort in der Nähe Braunschweigs: Am 14. September fand hier zum dritten Mal das Summertime Festival statt, dessen Partner TONIC in diesem Jahr ist. Es wird gesungen, gedichtet, und schreiende Kühe erhalten zur Belohnung Gratis-CDs. Ein Bericht.

Hopfen und Malz

Hopfen und Malz

Bild: Charlotte Hafke

Mit Summertime hat zumindest das Wetter nichts mehr zu tun: Vom Regen abgeschreckt, lassen viele Festivalbesucher anfangs auf sich warten. Aber auch ein kleines Publikum verdient es, eine große Show geliefert zu bekommen. So ist es eine gute Entscheidung, die Jungs von This Void als erstes auf die Bühne zu schicken. Die sind das Schmuddelwetter aus dem Norden eh gewohnt und schaffen es mit ihren alternativ angehauchten Indie-Klängen, die daheimgebliebenen Wolfenbüttler doch noch anzulocken. Und da Gummistiefel mittlerweile als unumgängliches Festivalaccessoire gelten, ist auch die Frage nach dem passenden Schuhwerk schnell geklärt.

Auf den zwei Bühnen im Seeliger Park wechseln sich die Bands bis in die Nacht ab. Eine überdachte Sitzecke lädt dazu ein, den Lieder des mit Schallplatten behängten DJ-Pults zu lauschen, bei einem Bier zu entspannen oder das Konfetti in den Haaren neu anzurichten. Nachdem mit The Dashwoods eine weibliche, weichere Stimme die singenden Herren ablöst, ist es spätestens bei dem Auftritt von I’m not a Band vorbei mit dem verhaltenen Kopfgenicke und das Publikum beginnt zwischen immer wieder auftauchenden Seifenblasen zu tanzen. I’m not a Band werden ihrem Namen insofern gerecht, als sie es schaffen, mit nur zwei Personen und zwei Geigen so mitreißend zu klingen wie ein ganzes Orchester.

Keine Berührungsängste

Auch die Blondschöpfe von Satellite Stories sehen auf den ersten Blick ganz brav aus, doch auf der Bühne zeigen sie, dass sie auch richtig abgehen können, Gitarren-Gehüpfe inklusive. Auf dem Festivalgelände mischen sich die Bands unter das Publikum, sodass eine wunderbar authentische Atmosphäre entsteht. Hier ist niemand unnahbarer Star oder hysterischer Fan, sondern alle trotzen gemeinsam dem Wetter und erfreuen sich an der Musik der anderen.

Die meisten der 17 Bands sind noch recht unbekannt und stecken gerade in den Startlöchern. Einige, wie zum Beispiel die Headliner Is Tropical und Fotos, haben jedoch die erste Hürde genommen und werden sofort erkannt, wenn sie die Bühne betreten.

Auch bei Milky Chance ist das der Fall, was zum einen an der unverwechselbaren Frisur und zum anderen an Liedern wie „Running“ und „Stolen Dance“ liegt, über die viele Musikliebhaber wohl im Radio oder bei Youtube schon einmal gestolpert sind. So nutzen Milky Chance die Gelegenheit, ihr erstes Album „Sadnecessary“ zu promoten und es in einem Spiel an das Publikum zu verschenken. Dessen Regeln begreifen wohl weder das Publikum noch die Jungs selbst so recht. Sie stellen Fragen und der lauteste Schreihals scheint als Belohnung seiner Anstrengung die CD zu erhalten. Für einen feiernden Besucher im Kuhkostüm hat sich der Aufwand gelohnt, er ergattert eine CD, die er freudig seinen ebenfalls gefleckten Kumpanen zeigt. Auch ein besonders auffälliger Tanzstil ist einer CD würdig, finden Milky Chance, und so sieht man am Ende ihres Auftritts lauter glückliche Gesichter – und eine glückliche „Kuh“.

Auftritt der Poeten

Auch andere Band wie The Dashwoods nutzen die Gelegenheit, um ein Album anzukündigen oder Fan-Shirts an den Mann und die Frau zu bringen. Doch nicht nur musikalisches Talent wird unter Beweis gestellt, auch kreative Dichter und Denker können beim Poetry Slam mit Wort und Witz das Publikum unterhalten. Dieses kann, während es sich unterhalten lässt, gleichzeitig etwas Gutes tun: Der Erlös des Non-Profit-Projekt, welches von freiwilligen Helfern unter der Leitung von Initiator Dwayne Roberts organisiert wird, kommt gemeinnützigen Projekten zu Gute, darunter Viva con Agua.

Den Witterungsbedingungen zum Trotz zeigt das Summertime Festival, dass es nun wirklich nicht immer auf die Größe ankommt. In kleinem Kreise lässt sich genauso gut feiern wie im Großen. Wenn nicht besser.


Kommentare

cashman thommyAm 19. September 2013

Jo pfürtigott aus München, mer san ekschtra angereist zu der Vestiwal un ham uns hammamäßig amüsihrt. Des wa schon a Gaudi mi den ganzen junge Leut auffe Bühne unde pfundige Stimmung, scho fast wie bei uns aufm octoberfestle, gelle ? un noch billiga als unsre Mass, hihihi !

unda schreibts des nette Madl so a rührigen Bericht übas Specktakl, dass ma sich a jetzt scho freun tut aud de nexte Johr !

A krachlederndes Servus sendet euch Noddeutschn der Sepp, die Zensi un da Thommy