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Für *Revoluzzer

Protest! Und so.

28. Mai 2013
Von Moritz Eckert

Moritz ist Autor bei TONIC

Texte von Moritz
autor@tonic-magazin.de

Moritz Eckert

Moritz denkt an nichts Böses, als er durch das abendlich ruhige Duisburg spaziert. Dann stößt er auf ein kleines Grüppchen, das sich anscheinend die Langeweile vertreiben will – und einfach mal ein bisschen demonstriert.

Es ist ein früher Montagabend, ein Freund und ich schlendern durch die Duisburger Innenstadt. Es ist bereits dunkel und die Menschenmassen auf den Straßen dünnen sich aus. Licht spenden nur noch die vereinzelten Laternen und die noch hell erleuchteten Schaufenster.

Wir nähern uns dem Ende der Fußgängerzone, als uns Musik entgegenflutet: eine undefinierbare Mischung aus Folk, Rock und Kunstlied, durch einen Lautsprecher verstärkt. Beim ersten Hinhören klingt es nach einer Band à la Rammstein. Als wir der Lärmquelle jedoch näher kommen, sehen wir, dass es sich um einen einzelnen Gitarrenbarden handelt, der einen empörten Protestsong ins Mikrofon schmettert. Dann beendet er seinen Vortrag unter höflichem Applaus der Zuhörer.

Ein Mann übernimmt das Mikrofon und begrüßt die versammelte Gruppe: "Schön, dass ihr alle zu unserer Montagsdemo gekommen seid. Thema heute sind Sanktionen. Ich muss sagen: Das ist jetzt nicht so ganz mein Thema. Aber macht ja nichts, wir treiben schon jemanden auf, der dazu was sagen kann.”

Mit fällt ein Herr auf, der etwas abseits der Versammlung steht. Er brummelt etwas von "Verstaatlichung" und "keinem Besitz, für niemanden" in seinen Dreitagebart.

Ein verschämtes Gewerkschaftsfähnchen flattert im Duisburger Abendwind.


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Kommentare

AnnaAm 4. Juni 2013

Der Text endet sehr abrupt und auch sonst gehört der Text nicht zu denen, die mich durch die Art und Weise des Geschriebenen vom Hocker hauen. Ein paar "abschließende" Worte am Schluss wären zumindest wünschenswert gewesen.