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Für *Schauspieler

Kein eindimensionaler Spaßvogel

20. Februar 2013
Von Ines Herrmann

Ines ist Autorin bei TONIC.

Texte von Ines
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Ines Herrmann

Die Komödie "Pension Schöller" wurde schon in so gut wie allen Mundarten inszeniert. Jetzt kommt sie in österreichischer Fassung mit englischem Dialekt auf die Bühne: TONIC-Autorin Ines Herrmann hat mit Hauptdarsteller Oisin Peat über das Stück gesprochen, das am 23. Februar im Brechtbau der Eberhard Karls-Universität Tübingen zu sehen sein wird.

In guter Gesellschaft. Nils Fischer-Kerrane, Conall Ennis, Oisin und Conor Brennan (v.l.).

In guter Gesellschaft. Nils Fischer-Kerrane, Conall Ennis, Oisin und Conor Brennan (v.l.).

Wir haben es hier mit Ir(r)en zu tun: Die Schauspieler studieren Deutsch am Trinity College Dublin und üben ein deutschsprachiges Stück ein, in dem ein reicher Onkel die Gäste einer Pension für irre hält – eine vergnügliche Katastrophe. Aber nun wird es ernst. Hauptdarsteller Oisin Peat hat "viel erlebt, gekämpft und erlitten": Aussprache- und Satzmelodiekorrekturen, Lachkrämpfe der Regie, wenn einzelne deutsche Worte oder die ganze Grammatik neu erfunden wurden – und nun stehen die Aufführungen bevor. Kurz vor dem Gastspiel in Deutschland hat er mit uns über das Projekt gesprochen.

Nach all den Proben steht ihr jetzt kurz vor der Premiere. Mit welchen Eindrücken schaust du heute auf die Arbeit der letzten Monate zurück?

Übung macht den Meister – Proben machen perfekt. Es war am Anfang sehr hart, Zeitverpflichtungen einzugehen. Die Proben dauern ungefähr drei bis vier Stunden, zweimal pro Woche. Aber wir brauchen diese Zeit, um das Stück zu verstehen und zu interpretieren; die Regisseurin Karin Staufer und ihre Helferinnen sind dabei wirklich spitze. Wir haben ein tolles Ensemble. Jeder bringt etwas Besonderes mit.

In Irland regnet es, so sagt man, zu allen vier Jahreszeiten. Zu Beginn der Proben hast du dich geweigert, den Schirm als Requisite drinnen aufzuspannen, weil es Unglück bringe. Bist du jetzt im Reinen mit dem Regenschirm?

Normalerweise habe ich nie welche benutzt. Aber ich habe bemerkt, dass die Figur, die ich spiele, der Philipp, immer stärker auf mich abfärbt: Und der hat immer einen dabei. Dieses Teil ist jetzt sogar mein Lieblingsstück, denn ich mache damit so viele dumme Witze!

Und wie ist deine Beziehung als Darsteller zu deinem Charakter?

Ich mag diesen Philipp sehr. Er bringt die Leute zum Lachen – nicht mit ihm, sondern über ihn. Aber davon hat er keinen Schimmer! Ich habe versucht, ihm eine bisschen Vielschichtigkeit zu verpassen, sodass er kein eindimensionaler Spaßvogel ist, sondern ein Mensch, der sich auch ernsthaft um Dinge bemüht. Hoffentlich wird er auch dem Publikum gefallen!

Zum Schluss: Was ist dein Wunsch für das Theaterteam und die Aufführungen?

Das Publikum kann sehen, wenn man gelangweilt ist. Darum hoffe ich, dass alle Vollgas geben wir Spaß haben werden. Ich hoffe auch, dass viele kommen können, wenn wir in Deutschland sind und lachen wie die in Schönau. Es ist ein Prachtstück!

"Pension Schöller", am 23.02.2013 um 20 Uhr im Brechtbau der Universität in Tübingen. Der Eintritt ist frei.


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