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Für *Pressefuzzis

Waffen in die Wüste – Lieferanten ins Gefängnis?

5. Juni 2012
Von Jakob Hinze

Jakob aus Hamburg ist Autor bei TONIC

Texte von Jakob
autor@tonic-magazin.de

Jakob Hinze

Frischer Wind in Washington

Schwule Muslime auf einer Demonstration in London

Schwule Muslime auf einer Demonstration in London

Reiflich hatte der Präsident sich seine Antwort überlegt. Und nachdem er jahrelang rumgedruckst hatte, wann immer er zu seiner Position in der Frage der Homo-Ehe befragt worden war, bezog Barack Obama Anfang Mai schließlich Stellung: Zu Beginn des Wahlkamps erklärte er sich jetzt als ein Befürworter gleichgeschlechtlicher Ehen.

Daayiee Abdullah habe, als er diese Nachricht hörte, "ein Hochgefühl" erlebt, wie er diese Woche dem Spiegel erzählt. Abdullah ist einer der – verständlicherweise nicht gerade zahlreichen – muslimischen Männer, die sich offen zu ihrer Homosexualität bekennen. Der Imam gehört der Gruppe "Muslims for progressive values" an, tritt nachdrücklich für die Vereinbarkeit seiner Religion mit seiner sexuellen Orientierung ein und fordert überdies auch die Gleichberechtigung von Frauen im Islam. Die Einwände konservativ eingestellter Glaubensbrüder wischt er mit einem Satz zur Seite, der so kurz ist wie treffend: "Wir können nicht die Denkweise des 7. Jahrhunderts anwenden, um das Leben im 21. Jahrhundert zu bewältigen."

Obamas Vorstoß ist im Sinne seiner Wiederwahl ein äußerst riskanter Schritt, denn bei einer seiner wichtigsten Unterstützergruppen, den Afroamerikanern, liegen die Mehrheitsverhältnisse in dieser Frage noch anders. Daayiee Abdullah hingegen wird, sollte er das je erwogen haben, sein Kreuz im Herbst sicherlich nicht mehr bei Mitt Romney machen.

Meilenweit weg vom Spielgeschehen
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