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Olympische Invasion, gewähltes Kiezdeutsch und die Jugend von heute

14. April 2012
Von Jakob Hinze

Jakob aus Hamburg ist Autor bei TONIC

Texte von Jakob
autor@tonic-magazin.de

Jakob Hinze

Kinder an die Macht

So weit ist es also gekommen: Dank Schulzeitverkürzung, der Abschaffung der Wehrpflicht und der sich wie Pilzbefall ausbreitenden Meinung, dass in der Ausbildung immer alles möglichst schnell gehen muss, sieht sich das Land Baden-Württemberg nun genötigt, sein Landeshochschulgesetz zu verändern. Weil das Studententwerk die Anzahl minderjähriger Studenten in Deutschland mittlerweile auf bis zu 4.000 schätzt (Tendenz steigend), werden den noch nicht 18-Jährigen jetzt Sonderrechte bei der Immatrikulation eingeräumt, die andere Altersgenossen noch nicht genießen. Sie sind bei der Einschreibung an einer Universität nun nicht mehr von der absegnenden Unterschrift ihrer Eltern abhängig.

Zeit Campus verkündet diese Neuerung diese Woche in durchaus erfreutem Tonfall und beeilt sich, auf einige der absurden Einschränkungen hinzuweisen, welche die Küken des Uni-Alltags bis heute hinnehmen müssen: "Mancherorts ist nicht einmal ein Bibliotheksausweis oder eine Mensakarte ohne Unterschrift von Vater oder Mutter erhältlich."

Unabhängig davon erschien im selben Medium wenige Tage zuvor ein Artikel mit dem nachdenklich stimmenden Titel: "Die Generation Bachelor braucht Nachhilfe". Die Botschaft: Weil viele Absolventen zum Zeitpunkt ihres Berufseinstieges mittlerweile erst Anfang zwanzig sind, bringen sie oft bedeutend weniger Berufs- und Lebenserfahrung mit in die Arbeitswelt als frühere Absolventen.

Zwei Artikel, zwei Probleme, das eine gelöst, das andere nicht. Irgendwo liegt im deutschen Bildungssystem noch immer ein Hund begraben.


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