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Für *Pressefuzzis

Saftige Löwensteaks, verständnislose Kühe und ein "gerechtfertigter Mord"

28. März 2012
Von Jakob Hinze

Jakob aus Hamburg ist Autor bei TONIC

Texte von Jakob
autor@tonic-magazin.de

Jakob Hinze

In Mexiko landet der König der Tiere auf der Speisekarte, Russland ärgert sich über die "ewige Sommerzeit" und in den USA fordert ein absurdes Gesetz sein nächstes Todesopfer. Teil 5 der Tonic-Presseschau

Der König der Tiere mit Pommes und gebratenem Mais

"Löwenmedaillons dazugeben und kurz anbraten. Mit Salat und Kartoffelbrei servieren." Das "einzige Löwenmedaillonrezept, das du jemals brauchen wirst", wie das Vice-Magazin es auf seiner Homepage diese Woche vollmundig ankündigt, ist nur halb zum Spaß gemeint.

Tatsächlich sind in Mexiko-City derzeit saftige Löwensteaks, Giraffenfilet und Geschnetzeltes vom Vogelstrauß ein kulinarischer Renner, seit die Schlachterei El Gran Cazador solche Köstlichkeiten für zahlungskräftige Kunden feilbietet. Auch wenn das Material für diese Hauptspeisen (zumindest der offiziellen Variante nach) nur und ausschließlich von verendeten Zoo- und Zirkustieren stammt, wird der bloße Gedanke daran, bedrohte Tierarten mit ein paar Gewürzen garniert in Steakform auf einem Teller vorzufinden, Tierschützer zweifellos auf den Plan rufen. So geschah es schließlich schon während der letzten Fußballweltmeisterschaft, als im US-Bundesstaat Arizona ein Restaurant einen Löwenburger samt Pommes und gebratenem Mais auf seine Menükarte setzte – und sich daraufhin mit einer Bombendrohung konfrontiert sah. Eine Überreaktion, wenn die Ausführungen der (zugegebenermaßen etwas zwielichtigen, zumindest unfreiwillig komischen) Online-Enzyklopädie Neuer Physiologus zutreffend sind: "Das Fett des Löwen hilft gegen Vergiftungen. Wenn sich ein Mensch mit Wein und Löwenfett einreibt, so vertreibt er alle Tiere und auch die Schlangen von sich." Na dann.

Die Wurzel allen Übels
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