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Für *Liebesphilosophen

Strategisch verliebt

15. August 2011
Von Gustav Beyer

Gustav aus Münster ist Autor bei TONIC

Texte von Gustav
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Gustav Beyer

Wieder einmal sitzt Gustav alleine in einer Lokalität seiner Wahl. Diesmal ungewollt, denn SIE hat ihn sitzen lassen. Das bringt ihn zum Grübeln: Über die Frauen und sich und was da bloß immer schief läuft in der Kommunikation.

Ein Date mit seinen Spaghetti bringt Gustav zum Grübeln.

Ein Date mit seinen Spaghetti bringt Gustav zum Grübeln.

Die sieht nett aus. Schlank geformt, nicht zu grob, bartfreie Oberfläche, mit dynamischer Präsenz. Ich beiße rein. Noch warm. Spagetti beim Italiener sind mit nichts zu vergleichen. Im Hintergrund klimpert Piedros Gitarre, auf dem Teller vollendet Pesto den Genuss.

Aber halt, ganz so harmonisch ist die Stimmung nicht. Im Gegenteil: Ich bin traurig, weil allein. Hat "sie" mir doch zwei Stunden vorher abgesagt, weil ihr Hund die Flöhe hat und Brunos Fellhygiene mehr zählt als ein Date mit "ihm". Gemeinheit. Aber Köter hin oder her: Woran liegt's wirklich, dass Traumboy Nr. 1 hier single zu euch schreibt? Ich habe mal darüber nachgedacht. Über Frauen. Und mich. Und mich und Frauen. Vermutlich zu viel. Hier meine Ergebnisse in formeller Aufarbeitung, höchst diskutabel und noch lange nicht zu Ende gedacht. So etwas entwickelt sich.

Erkenntnis Nummer eins: Nur der Umweg führt zum Ziel.

Erste Erkenntnis von Tausenden: Direkte Aufforderungen zum Liebhaben gehen meistens schief. Lieber trifft man sich auf einen Kinofilm, zum Essen oder am Kanal zum Picknicken, als zum Ficken. Frau braucht hier keine klare Ansage, sondern einen Umweg zum Ziel.

"Lass uns zu mir gehen, da wartet eine spannende Video-Kassette auf uns." Na klaro kommt sie da mit, weil sie furchtbar neugierig auf die Video-Kassette ist. Jetzt hat sie ein Alibi. Was sich im Laufe des Abends entwickelt, liegt jetzt nicht mehr in ihrer Verantwortung. Spaß mit Gustav? "Au weia, das … äääh … ich weiß auch nicht … das muss wohl … ööhm, wir haben ja eigentlich nur ein Video geschaut."

Ohne Alibi mag Normalfrau nicht. Sie hat immerhin ihren Ruf als Frau zu verlieren. Abneigung dem konkreten Liebesspiel gegenüber ist also nicht gleich Abneigung gegenüber einem Date an sich, aus dem sich Was-auch-immer entwickeln kann.

Nur wenn Frau grundsätzlich nicht will, sind die Ausreden eindeutiger: "Du, bei mir sind im anstehenden Quartal familiäre Problemsituationen zu erwarten." Oder der Hund hat Flöhe. Doch wie trete ich auf, damit es zu solchen Ausreden gar nicht erst kommt? Wie fessle ich, ohne zu fesseln?

Komplimente haben ausgedient, Gustav setzt auf Distanz.
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Kommentare

JonAAm 15. August 2011

herrlich geschrieben, trifft dein Fazit so ziemlich das Meine und das meiner Freunde. Weiter so :)

JulijahAm 15. August 2011

Hey man,

falls du keine NEON liest oder auch nicht von selber auf die Gedanken gekommen bist: wer (verzweifelt) sucht, findet auf keinen Fall. Jedenfalls nicht, wenn du eine Freundin suchst. Und durch einfach mal desinteressiert tun tarnst du dich auf keinen Fall, das hat meine Studie an mir selbst in den letzten 6 Monaten eindeutig ergeben. Menschen spüren, wenn du nur so tust, als wärst du nicht interessiert. Und verzweifelte Sucher...verlieren gnadenlos gegen selbstbewusste, mit ihrem Leben und sich komplett zufriedenen Singles. Die strahlen von sich selbst das gewisse Etwas aus, das uns Frauen (oder euch Kerle) so anzieht! ;) Probiers mal aus und viel Erfolg dabei!

GustavAm 4. September 2011

Wer liest denn schon die NEON? ;)

FabiAm 16. August 2011

Großartig! Ich lache Tränen :D

HolmAm 25. August 2011

Herr Gustav! Toll! Dieses Wissen! ;-)