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Für *Abenteurer

Schumi geht baden

24. August 2011
Von Helena Schmidt

Zum Abschluss ihrer Caching-Mission legt Helena ihren ersten eigenen Schatz. Gespannt wartet sie danach auf die ersten Entdecker – und fühlt sich wie im Heldenepos.

Ein alter Autoreifen dient als Versteck für Helenas Cache.

Ein alter Autoreifen dient als Versteck für Helenas Cache.

Ich bin überdurchschnittlich. Acht Caches hob ich, zwei wollten nicht gefunden werden, alles in nur 15 Tagen. Und zum krönenden Abschluss verstecke ich meine erste eigene Dose. Vorfreude ergreift mich, wenn ich daran denke. Dabei wird empfohlen, mindestens schon 20 Schätze aufgestöbert zu haben, bevor man selbst einen Cache legt. Ich bin eben ein Sonderling. Ich unternehme waghalsige Touren durch die ungezähmte Wildnis, verirre mich im Dschungel, bin gefangen in den Klauen der Natur auf der Suche nach dem einen Ort. Dem Ort für meinen Cache. Stolz wie ein Indianerhäuptling auf seine Kriegswunden, werde ich später meine Trophäen präsentieren, meine zerkratzen, zerstochenen, geschunden Gliedmaßen. Was tut man nicht alle für ein bisschen Ehre und Ruhm. Und den ersten eigenen Cache.

Als der Cache gelegt ist, macht sich bei Helena Aufregung breit – wer wird ihn zuerst finden?

Langer Vorbereitungen bedarf es, bis mein Cache sein Versteck beziehen kann. Die passende Dose, Seile und eine Gartenschere unterm Arm mache ich mich ans Werk. Nun dümpelt er zufrieden, in einem versenkten Reifen geborgen, inmitten eines gurgelnden Baches, geschützt vor dem Blicken der Muggel. Er kann kein Wässerchen trüben. Damit die Cacher nicht zu schnell aufgeben, gibt es den Tipp: Schumi ist Baden gegangen!

Es ist 18:52 Uhr, ich sitze inzwischen vor meinem Computer und warte aufgeregt darauf, das erlösende Pling zu hören, mit dem eine Email eintrifft, um mir mitzuteilen, dass "Stille Wasser sind tief" für Besucher zugelassen wurde. Ich erinnere mich zurück an den Beginn meines Abenteuers. Meine Gedanken schweifen ab, da höre ich das Signal. Mein Cache wurde veröffentlicht um 18:53 Uhr.

Ein Picknick im Stoffbeutel als Alibi.

Es beginnt ein Wettlauf gegen die Zeit. Ich schwinge mich auf das Rad, rase davon in Richtung Feld. An meiner Schulter baumelt ein Beutel, gefüllt mit Essen, das ich in der Hektik fand und hinein stopfte. Das Picknick ist mein Alibi. Ich möchte dabei sein, wenn die Ersten meinen Cache finden. Ebenso wie ich stürzen sie zum Tatort, wollen die Gold-Medaille gewinnen, indem sie ihre Pseudonyme in die erste Zeile des jungfräulich weißen Logbuches schreiben. Mein Herz schlägt schneller, als ich drei Autos in der Sonne glänzen sehe, wovon eines mit einem Geocaching Aufkleber verziert ist. Für den folgenden Sprint verdiene ich das grüne Trikot.

Jedes Ende ist ein Anfang
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