TONIC ist umgezogen! Hier gehts zur neuen Seite.
Für *Bildungspolitiker

„Rütli ist kein Musterprojekt“

29. August 2011
Von Karoline Menge

Karoline aus Berlin ist Autorin bei TONIC

Texte von Karoline
autor@tonic-magazin.de

Platzhalter

Marta Galvis de Janzer steht als eine der leitenden Persönlichkeiten des Jugendclubs Manege hinter den vielen Kunstprojekten und Ausflügen, die hier mit den Kindern und Jugendlichen unternommen werden. Osman arbeitet seit sieben Jahren als Betreuer und Mitorganisator im Jugendclub Manege. 2004 machte er seinen Abschluss an der Rütli-Hauptschule.

Marta und Osman arbeiten für den Jugendclub Manege. Am Erfolg des Projekts Rütli zweifeln sie.

Marta und Osman arbeiten für den Jugendclub Manege. Am Erfolg des Projekts Rütli zweifeln sie.

Ist Campus Rütli CR2 ein Musterprojekt?

Marta: Nein. Da werden einige Millionen verbaut, aber die sollten sie lieber für gut ausgebildete und vor allem richtig ausgebildete Menschen einsetzen, die neue Blicke und Ansätze haben und der Situation an dieser Schule gerecht werden. Wenn wir nicht die richtigen Leute haben, können wir mit toller, moderner Technik auch nichts anfangen. Es braucht neue, junge Leute, die das Schicksal der Jugendlichen interessiert. Die jetzigen Lehrer sind meist alt und müde. Das ist auch ihr gutes Recht, nur ist es unfair. Den Schülern und den Lehrern gegenüber. Diese Jugendlichen sind sehr klug. Die Probleme, die Gewalt und der Unwille kommt nicht von ihnen. Er wird ihnen zugewiesen, die Gesellschaft nennt sie "bildungsfern" und die Meisten nehmen sich keine Zeit, genauer hinzusehen.

Osman: In die Schule wird jetzt viel mehr Geld als vorher gesteckt. Die Kinder sind besser drauf. Sie erzählen, dass die Ganztagsschule gut läuft, so bekommen sie nicht mehr so haufenweise Hausaufgaben auf. Aber letztes Jahr musste immer noch öfter die Polizei kommen. Es gibt viele Konflikte zwischen den Jugendlichen, in die auch die Familien involviert werden.

Es soll doch jetzt Maßnahmen geben, damit eben diese Konflikte nicht mehr entstehen?

Osman: Ja, es werden diese interkulturellen Moderatoren eingesetzt, die die Wut und die Konflikte der Familien verstehen sollen. Aber es reicht nicht, dass man sagt, da gibt es viele Araber, also schicken wir jemanden hin, der arabisch spricht. Da müssen die Richtigen ran. Leute, die Erfahrungen mit solchen Konflikten haben.

Mit Kunst die Neugier wecken
Seite  1  2»

Weiterlesen

Texte, die dich auch interessieren könnten.

Kommentare

Noch keine Kommentare vorhanden.