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Für *Bildungspolitiker

Projekt Rütli: Für die Schüler oder für den Schein?

29. August 2011
Von Karoline Menge

Karoline aus Berlin ist Autorin bei TONIC

Texte von Karoline
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Marta (grüner Overall) und ihre Schützlinge von der Manege.

Marta (grüner Overall) und ihre Schützlinge von der Manege.

Dann offenbart mir Marta etwas mir vollkommen unverständliches: Im Juni 2011 wurde beschlossen, dass der Jugendclub Manege und viele weitere soziale Einrichtungen Neuköllns bis zum Jahresende keine Vertragsverlängerung erhalten sollen. Sie wurden bis auf Weiteres gekündigt, sollen höchstwahrscheinlich rausgeschmissen werden. "Der Campus Rütli ist kein Musterprojekt. Da läuft Vieles nicht gut im Innern." Die Zusammenarbeit zwischen dem Campus und dem Jugendclub sei nicht sehr fruchtbar, was in der Schule passiere, beträfe den Club nicht wirklich, berichtet Marta. Komisch, wo doch auf der Internetpräsenz des Campus-Projekts mit der übergreifenden Zusammenarbeit zwischen Schule, Kitas und Jugendclub geworben wird.

Das Schweigen geht zu Lasten der Kinder und Engagierten.

Marta ist empört, die Entscheidung des Bezirksamts zur Schließung sozialer Einrichtungen kann sie nicht nachvollziehen. "Die Schule wird als etwas Tolles empfunden, doch den Begriff Freizeit können diese Leute nicht begreifen. Dass es hier aber auch um Bildung geht, wahrscheinlich wirksamer als in der Schule, sehen sie nicht." Gewisse Dinge laufen im Campus-Projekt nicht korrekt ab und das Schweigen darüber ginge zu Lasten der Kinder und Engagierten. Die Manege ist ein Rückzugsort für die Jugendlichen geworden, sie selbst bezeichnen ihn als "eine große Familie". Wo sonst bekommen sie diesen Halt und derartige Unterstützung in Sachen Schule, Familie und Leben? Was geschieht mit ihnen, wenn der Club tatsächlich schließen muss?

"Die Kinder sind nicht so blöd, wie viele sie gerne hätten und sie werden sich nicht alles gefallen lassen."

Marta ist überzeugt: "Wenn die Bildungspolitik keine radikale Änderung erfährt, dauert es nicht lange und auch in Deutschland herrschen Zustände wie gegenwärtig auf den Straßen Englands. Die Kinder sind nicht so blöd, wie viele sie gerne hätten und sie werden sich nicht alles gefallen lassen." Scheinbar fehlt noch viel bis Campus Rütli CR2 zu einem Musterprojekt wird. Die Grundsteine sind gelegt. Fehlen nur noch die wirklich richtigen Ideen, die den Kindern eine aussichtsreiche Zukunft versprechen können.

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