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Projekt Rütli: Für die Schüler oder für den Schein?

29. August 2011
Von Karoline Menge

Karoline aus Berlin ist Autorin bei TONIC

Texte von Karoline
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Zwei Froschfiguren bewachen den Eingang zum Rütli-Campus. Abgehalten wird unsere Autorin aber vom Sicherheitspersonal

Zwei Froschfiguren bewachen den Eingang zum Rütli-Campus. Abgehalten wird unsere Autorin aber vom Sicherheitspersonal

Im Mai 2007, ein Jahr nach dem Hilfeschrei der Rütli-Lehrerschaft, entstand die Idee eines Campus Rütli. Im Rahmen dieses Projekts wurden die Heinrich-Heine-Realschule, die Rütli-Hauptschule und die Franz-Schubert-Grundschule zu Beginn des Schuljahres 2008/09 zu einer Gemeinschaftsschule zusammengeschlossen. Zum Campus zählen außerdem die Kita Villa Kinterbunt, die Kita Rütlistraße und der Jugendclub Manege. Interkulturelle Moderatoren versuchen in ihren Muttersprachen türkisch und arabisch zu vermitteln, es gibt ein Elterncafé, in dem sich Eltern und Lehrer treffen und austauschen können. Auf der Internetseite des Projekts finden sich weitere Angebote, wie die Zusammenarbeit mit der Musikschule Paul Hindemith. Der Leiter des Projekts Campus Rütli CR2, Klaus Lehnert, lobt die bisherigen Ergebnisse: "Etwas über 60 Prozent haben 2007 den mittleren Abschluss bekommen, 2006 waren es nur 40 Prozent. Die Zahl der Schüler ohne Abschluss lag mit 1,7 Prozent sogar 5,3 Prozentpunkte unter dem Bundesdurchschnitt."

Eine große Diskrepanz zwischen Anspruch und Wirklichkeit

Mein Weg zum Rütli Campus, der vor dem kleinen Metalltor endet, findet direkt gegenüber im Jugendclub Manege ein neues Ziel. In dem knallblauen Haus mit roten, runden Fensterrahmen und verrückten Figuren an der Wand, gibt es Menschen, die reden wollen und dürfen. Auf dem großen Hof des Jugendclubs wird plötzlich sichtbar, wo sich all das Leben, das vor dem Rütli-Schulgebäude fehlte, versteckt hält.

Knallblaue Wände, rote Fenster, bunte Figuren - der Jugendclub Manege präsentiert sich fröhlich und ungezwungen.

Knallblaue Wände, rote Fenster, bunte Figuren - der Jugendclub Manege präsentiert sich fröhlich und ungezwungen.

Jugendliche sind hier am werkeln, basteln und malen. An einem langen Tisch steht Marta Galvis de Janzer, die Leiterin der Manege, und hämmert in einem grünen Overall an einem Holzbrett. Als ich sie nach dem Campus-Projekt frage, macht Marta ihre Enttäuschung deutlich: "Wenn das Niveau dieser Schule steigt, ist das toll, aber das sehe ich noch lange nicht. Da gibt es eine große Diskrepanz zwischen Anspruch und Wirklichkeit." Die Kunst- und Forschungsprojekte, welche die Manege ihren Schützlingen anbiete können viel bewirken, so Marta. Sie wecken die Neugier, die ihnen von der Schule ausgetrieben würde und zeigen den Kindern, welche tausend Potentiale in ihnen stecken. In das Campus-Projekt würden Millionen für die neuste Technik gesteckt, aber was helfe das auf lange Sicht den Kindern?

"Der Campus Rütli ist kein Musterprojekt"
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