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Für *Bibelleser

Krippenspiel auf Polnisch

11. August 2011
Von Veronika Widmann

Veronika aus Mühldorf am Inn ist Redakteurin bei TONIC

Texte von Veronika
autor@tonic-magazin.de

Veronika Widmann

Veronika sucht vor dem Regen Zuflucht in Breslaus Kirchen und stößt auf ein Krippenspiel, das seinesgleichen sucht.

Stadtrundgang durch Breslau. Es regnet in Strömen, deshalb bestaunen wir jetzt schon die fünfte Kirche von innen – Backsteingotik, hübsche rote Glasfenster. Aus einer Seitenkapelle dringt Kirchenmusik, auf einem kleinen Schild steht "Krippenspiel. Für kleine Kinder. Bitte besichtigen". Nichts wie rein. Drinnen ein Altar mit Marienstatute, den man aber kaum sieht, denn davor brummt das "Krippenspiel" – ein buntes Sammelsurium mechanisch betriebener Figuren und Geräte. Ein Äffchen fährt auf einem Tretroller im Kreis, dicht gefolgt von einem Bären. Weiter hinten steht eine Papa-Schlumpf-Figur, deren Augen alle paar Sekunden aufblinken. Zwei Enten nicken sich im ewigen Dialog zu, ein Karussell dreht sich munter im Kreis. Dazwischen kleine Plastiktannenbäume mit bunten Kugeln und Lichter, kein Zentimeter der mehrere Quadratmeter großen Fläche ist frei. Es klappert und summt so laut, dass die so gar nicht zur Szenerie passenden Choräle übertönt werden. Meine Mutter fängt an zu kichern wie ein Teenager, als sie auf der Balustrade eine Sammlung von Ü-Ei-Figuren entdeckt, fein säuberlich in Reihe aufgeklebt. Und auch wenn mein Vater sich alle Mühe gibt – eine heilige Familie findet er nicht.

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