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Für *Bildungspolitiker

„Eine Kultur des Willkommens“

29. August 2011
Von Karoline Menge

Karoline aus Berlin ist Autorin bei TONIC

Texte von Karoline
autor@tonic-magazin.de

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Klaus Lehnert ist als pädagogischer Leiter von Campus Rütli CR² im Sommer 2007 in das Projekt eingestiegen. Er ist seit Beginn der Umsetzung dabei und freut sich über die vielen positiven Veränderungen, die das Projekt seither aufzeigt.

Klaus Lehnert sieht seit Beginn des Projektes einen "atmosphärischen Wechsel" in der Rütli-Schule.

Klaus Lehnert sieht seit Beginn des Projektes einen "atmosphärischen Wechsel" in der Rütli-Schule.

Wie zeigt sich der Erfolg des Projekts Campus Rütli CR2?

Es gab einen atmosphärischen Wechsel in der Schule, der durch die konsequente Anwendung einer Kultur des Willkommens, der Anerkennung und der Wertschätzung eingetreten ist. Die meist heruntergekommenen Räume wurden umgebaut, die naturwissenschaftlichen Fachräume auf den neusten Stand gebracht. Die alte Sporthalle wurde zur Mensa mit Mehrzweckraum. Die Schüler merken, dass etwas für sie getan wird. Es sind die ersten Schritte zu einer Identifikation mit ihrer Schule.

Welche neuen Angebote gibt es denn jetzt?

Seit 2006 schaffen die sogenannten interkulturellen Moderatoren eine Brücke zwischen Eltern, Schülern und Lehrern. Die ausgebildeten Sozialarbeiter können in ihren Muttersprachen türkisch und arabisch vermitteln. Es gibt jetzt ein Elterncafé, wo sich die Eltern treffen und mit den Lehrern über die Entwicklungen an der Schule sprechen können. Die Meisten nehmen das auch an. Trotzdem ist es ein mühsamer Prozess die Eltern einzuladen und zu interessieren. Auch Instrumente wurden gespendet.

Hätten diese Angebote nicht schon früher kommen können? Es scheint, als hätten die Schüler nur darauf gewartet, dass jemand Interesse an ihnen zeigt.

Natürlich. Die Situation und die Schüler hatten sich verhärtet. Man muss begreifen, dass Kinder und Jugendliche lernen wollen. Dieses Wollen muss ihnen ermöglicht werden. Jetzt muss es wieder entfacht werden, nachdem es verschüttet wurde. Der Campus Rütli ist ein Projekt, das zeigt, dass das geht.

Ist Campus Rütli CR2 ein Musterprojekt für andere Problemschulen?

Es gibt ja auch andere, ähnliche Projekte in Berlin. Wodurch sich das Campus Rütli-Projekt absetzt ist sein ganzheitlicher Ansatz. Die Schüler werden hier von der Kita bis zu ihrem Schulabschluss lückenlos begleitet. Seit diesem Jahr gibt es auch die Möglichkeit hier das Abitur zu machen. Die Ergebnisse nach Beginn des Projekts ließen sich schon schnell sehen. Etwas über 60 Prozent haben 2007 den mittleren Abschluss bekommen, 2006 waren es nur 40 Prozent. 35 Prozent wurden in die gymnasiale Oberstufe versetzt, davor waren es gerade mal 10. Die Zahl der Schüler ohne Abschluss lag mit 1,7 Prozent sogar 5,3 Prozentpunkte unter dem Bundesdurchschnitt.

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