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„Auch das Schöne der Droge kennen lernen“

30. Juli 2011
Von Viviane Petrescu

Viviane aus Hamburg ist Autorin bei TONIC

Texte von Viviane
autor@tonic-magazin.de

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Seitdem Drogen verboten sind, gibt es Menschen, die sie wieder erlauben wollen. Nicht, weil sie selbst ins Wunderland reisen wollen – sie wollen Gras, Pillen, Pulver entteufeln, um frei über sie zu reden. Torsten Schmidt, Entwickler des Selbsthilfeportals druks.de, spricht über zu ängstliche Aufklärung und verantwortlichen Drogenkonsum.

Sind wir genug über Drogen aufgeklärt?



Es gibt gut informierte Fachkreise, in der Schule ist das Wissen um Drogen aber sehr gering. Auch Eltern wollen sich nicht damit auseinandersetzen, was passieren könnte, wenn ihr Kind harte Drogen nimmt. Dabei wäre gerade bei den starken Drogen Aufklärung wichtig. Denn bei Kaffee, Alkohol und Zigaretten, also legalen Drogen, kann man sich leicht kontrollierte Konsummuster anlernen, aber bei den illegalen wie Haschisch, Crack und Heroin fehlen die Vorbilder.

Wie sähe denn die richtige Aufklärung aus?

Das schöne Gefühl der Droge und ihre Gefahr sollten beide dazugehören. Aus Angst davor, die Versuchung zu steigern, sprechen viele nur über die Risiken. Drogenerfahrungen widersprechen dann der Aufklärung: Sie erleben plötzlich den schönen Rausch und vergessen die Gefahr. Einmal eine zweistündigen Vortrag zu hören reicht nicht. Jugendliche müssen sich regelmäßig und tiefer informieren können.

Es gibt viele Menschen, die harte Drogen nehmen und nicht den Halt verlieren.

Und wieso wird so oft am Problem festgehalten und am Thema vorbeigeredet?

Vorurteile blockieren eine Auseinandersetzung. Das typische Drogenbild ist der verelendete Junkie. Es gibt sehr viele Menschen, die auch harte Drogen im Alltag konsumieren, ohne den Halt zu verlieren. Die treten mit ihrer Erfahrung aber nicht in die Öffentlichkeit, weil man ihnen dort mit den alten Klischees begegnet.


Was passiert, wenn ein heimlicher Konsument Hilfe braucht?



Offizielle Hilfe gibt es wenig. Das Bild eines Drogenkonsumenten ohne gravierende Probleme findet erst langsam Bewusstsein, deshalb gibt es kaum passende Angebote. Andererseits wissen wir, dass heimliche Konsumenten vielfach in Gemeinschaft Drogen nehmen und in dieser Gruppe Unterstützung finden.

Verantwortung statt alternativloses Verbot

Wie kann ich denn einschätzen, ob ich kontrolliert konsumiere oder nicht?

Man kann den Konsum vorher festlegen – kann ich mich nicht dran halten, bin ich süchtig. Wer harte Drogen nimmt, ist wahrscheinlich schon durch eine Phase der Abhängigkeit gegangen und hat daraus gelernt, die Droge zu kontrollieren. Und manche machen eben die Erfahrung, dass sie den Drogenkonsum haben möchten, weil er für sie zur Lebensqualität gehört.

Ist das Thema Illegalität überholt? 



Die Unterscheidung zwischen harten und weichen oder illegalen und legalen Drogen ist irrational. Auch mit Gesundheitsrisiken ist das nicht zu erklären: Würde Heroin in reiner Form angeboten, würde es dem Körper nicht schaden. Aber die Drogen sind so gestreckt, dass die Leute sich 90 Prozent Dreck spritzen. Und ob legal oder illegal, die Drogen sind einfach verfügbar. Es geht darum, eine Droge so zu konsumieren, dass der Mensch keinen Schaden davon trägt. Der Trend geht über die Aufklärung von Alkoholsucht zum Glück dahin, dass an die Verantwortung der Menschen appelliert wird, anstatt ein alternativloses Verbot auszusprechen.


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Kommentare

MarkAm 22. Oktober 2012

http://www.sag-nein-zu-drogen.de

Auf dieser Seite findet man alle Informationen die man über Drogen braucht.