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Für *Weltenbummler

Zigaretten im Polster

1. Juni 2011
Von Veronika Widmann und Ruben Karschnick

Veronika aus Mühldorf am Inn ist Redakteurin bei TONIC

Texte von Veronika
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Veronika Widmann

Ruben aus Hamburg ist Chefredakteur von TONIC

Texte von Ruben
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Ruben Karschnick

Mitten im Armenhaus Polens liegt der größte Grenzübergang zu Russland. Hier werden Wodka, Zigaretten und Diesel wie am Fließband in die EU geschleust. Die Schmuggler sagen, es sei die einzige Aussicht auf ein Einkommen.

Zollbeamter Samoszuk: "Die Schmuggler betrügen alle, die in unserem Land leben."

Zollbeamter Samoszuk: "Die Schmuggler betrügen alle, die in unserem Land leben."

Wie oft sein Auto schon halb auseinander gebaut, die Sitzbezüge abgestreift und die Plastikverkleidungen beiseite gebogen wurden, das weiß Tomasz nicht mehr. Zu oft stand er hier in der Schlange derjenigen, bei denen etwas gefunden wurde, und musste mitansehen, wie ein polnischer Grenzbeamter mit Taschenlampe und Schraubenzieher sein Auto zerlegt. Seit ein Uhr nachts steht er hier; inzwischen ist es Mittag geworden.

Zehn Stunden warten für den einen Moment. Den Moment, in dem der Hund vom Zoll Alarm schlägt – oder eben nicht. "Die Kontrollen sind streng, eigentlich wird man immer erwischt", sagt Tomasz. Der 55-Jährige trägt eine beige Sportjacke und eine dunkelbraunen Mütze, unter der schon graue Haare zum Vorschein kommen. "Aber wenn es sich nicht lohnen würde, würde ich es nicht tun." Denn egal, ob die Grenzer Zigaretten oder Wodka finden – immerhin den russischen Diesel kann er mitnehmen.

Tomasz kommt aus der polnischen Kleinstadt Bartoszyce, 17 Kilometer von der russischen Exklave Kaliningrad entfernt. Er ist einer von 1,2 Millionen Menschen, die die Grenze hier jährlich passieren – nach Angaben des Zollamts schmuggeln 90 Prozent von ihnen. Insgesamt drei Grenzübergänge gibt es zwischen Russland und Polen, alle liegen sie in der Region Ermland-Masuren, einer der ärmsten Gegenden des Landes.

Fast jeder Dritte ist ohne Arbeit
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Kommentare

HannahAm 31. Oktober 2011

Inhalt, Tiefgang, Meinung, Kontroverse, (Quer-)Bezüge, Witz, Intelligenz, Gründlichkeit bei Recherche und Aufbereitung oder gar ein roter Faden - das vermisse ich bei fast allen Artikeln hier. Der Text liest sich wie für einen seelenlosen Kabel-1 Dokumentarfilm zusammengeschustert. In Polen gibt es keine "Sozialhilfe" im deutschen Sinne, und bitte präsentiert mir die Person, die dort 250EUR im Monat bekommt... Und: Kaliningrad ist eine Exklave.

Ruben Am 31. Oktober 2011

Hallo Hannah, danke für deine Anmerkungen und die Kritik. Mich würde interessieren, welche Texte Dich genau enttäuscht haben. Das wäre für uns hilfreicher als eine Pauschalkritik. Gerne an dieser Stelle - oder auch per Mail/Telefon. Grüße, Ruben

VeronikaAm 31. Oktober 2011

Stimmt, Fehler beseitigt. Danke für den Hinweis.

HannahAm 17. November 2011

Also, genau dieser Text hier enttäuscht mich (aus den zahlreichen, o.g. Gründen) - könntest Du mir erläutern, was die Kernaussage ist? Und geht es nun um "Polnische Schmuggler" wie oben behauptet, oder eher um polnische Grenzer?! Enttäuscht haben mich auch die Artikel über Frauenfussball (oder Tennis, oder "Studenten"), und noch der von dem weinenden Spanischstudenten, und der von dem Lehrämtler, mit dem auf einer "Feier" keiner reden mag. Und der "Treffpunkt der Extremisten" ist auch arg realitätsfern (oder eben sehr realistisch, weil wohl gerade frisch mit dieser konfrontiert). Aber eine Reaktion auf konkrete Kritik kommt ja auch kaum. Wenigstens weiß ich nun, wie "man" sich einen Zollbeamten vorstellt.