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Für *Hornochsen

Rechtsklick im Weltnetz

10. Juni 2011
Von Ulrich Völker

Ulrich aus Hamburg ist Autor bei TONIC

Texte von Ulrich
autor@tonic-magazin.de

Ulrich Völker

Weniger national im Ton gibt sich die Szene auf "schulhof-cd.info". Wer einen Blogeintrag kommentieren möchte, wird nach "Your Name" und "Your Mail" gefragt. Der Andrang auf die Seite ist jedoch sehr klein – die CD "Freiheit statt BRD" wurde Anfang September 2010 umgehend verboten. Die Behörden hatten aus dem Erfolg der Vorgänger-CD "Der Schrecken aller linken Spießer und Pauker", die 2006 für Aufsehen sorgte, gelernt. Versuche, ein verlinktes YouTube-Video anzusehen und die CD herunterzuladen, scheitern.

Weiter geht die Reise durch den braunen Sumpf. Ansprechend und übersichtlich – auch "npd.de" überzeugt. Ausgerechnet die "soziale Heimatpartei" weiß das Internet für sich zu nutzen. So mittelalterlich die politischen Inhalte, so modern ihre Darstellung – Twitter- und Facebook-Profil sind nur einen Klick entfernt. Keine Frage bleibt offen: Im Videobereich "Offensiv.tv" erklären die alleinerziehende Mutter, der vornehme alte Herr und das sympathische Mädchen persönlich und plakativ, warum sie die NPD wählen. "Heimat", "Kinder", "sozial", "national" – die Botschaft dieses Werbespots zur Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen war so unmissverständlich wie erfolglos.

Arbeit. Familie. Vaterland - willkommen bei der sozialen Heimatpartei.

Arbeit. Familie. Vaterland - willkommen bei der sozialen Heimatpartei.

Die Mutterpartei NPD hat ihre Hausaufgaben gemacht und die sozialen Netzwerke für sich entdeckt. Während der parteieigene Facebook-Auftritt aber eher mäßigen Zulauf hatte, bildete sich im Mai 2010 in Rekordzeit eine Protestbewegung, die unter dem Motto "Kein Facebook für Nazis – NPD-Seite löschen!" in zwei Wochen mehr als 275.000 Unterstützer fand und kräftig für Schlagzeilen sorgte. Höhepunkt des Engagements war die "Digitale Lichterkette", für die sich zahlreiche User mit dem Logo der Aktion fotografieren ließen. Optimistisch tönte ein Sprecher, viele der Unterstützer würden Facebook verlassen, sollte die Seite nicht gelöscht werden.

Rechter Inhalt im Stundentakt
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