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Für *Weltverbesserer

Gekommen um zu heilen

1. Juni 2011
Von Veronika Widmann

Veronika aus Mühldorf am Inn ist Redakteurin bei TONIC

Texte von Veronika
autor@tonic-magazin.de

Veronika Widmann

Kumar hat die Schule nach der achten Klasse verlassen, hat keine offizielle Ausbildung zum Krankenpfleger. Es ist eines der Prinzipien des Smart Care Krankenhauses, locals wie Kumar anzulernen und auszubilden. "Alles, was ich kann, hat mir Doktor Jeyachandran beigebracht. Manchmal haben die Menschen mehr Vertrauen zu mir, weil ich von hier komme und ihre Sprache spreche”, erklärt Kumar. So gehört es auch zu seinen Aufgaben, die Patienten über Gesundheits- und Hygienemaßnahmen aufzuklären, mit denen sie viele Krankheiten vermeiden könnten. Ebenso kommt es vor, dass er Patienten begleitet, die wegen einer komplizierten Operation in ein größeres Krankenhaus müssen. "Für sie ist das etwas komplett Neues, das ihnen Angst macht. Wenn ich nicht mitkommen würde, würden sie wahrscheinlich wieder umkehren", lacht er.

Der junge Chirurg Rohan Ramesh arbeitete zwei Jahre lang freiwillig in Kamagiri. Immer wieder zieht es ihn auch jetzt noch dorthin zurück.

Der junge Chirurg Rohan Ramesh arbeitete zwei Jahre lang freiwillig in Kamagiri. Immer wieder zieht es ihn auch jetzt noch dorthin zurück.

Nicht nur auf Kumar übt das Prinzip von Smart Care Faszination aus. Rohan Ramesh, 26, ist Chirurg und hat die letzten beiden Jahre in Kamagiri gewohnt und gearbeitet. Geld bekam er dafür nicht. "Der Lohn für die Arbeit sind unersetzliche Erfahrungen. Man lernt, unter den einfachsten Bedingungen zu arbeiten", sagt er. An normalen Arbeitstagen werden bis zu 100 Menschen behandelt. Dann bilden sich lange Schlangen vor dem Hauptgebäude des Krankenhauses. Einige haben Decken dabei, denn es kann vorkommen, dass sie nicht mehr am selben Tag an die Reihe kommen. Wenn es einmal regnet, warten die Patienten in der Kapelle, die zum Gelände gehört. Sie wirkt eher wie eine Mehrzweckhalle als ein Gotteshaus, wäre da nicht der Altar an der Stirnseite. Smart Care ist eine christliche Einrichtung. "Wir haben aber nicht die Intention Leute zum christlichen Glauben zu bekehren. Das hier ist einfach ein Ort der Ruhe, an den die Menschen kommen können, um zu beten. Vielen hilft das, wenn ihre Angehörigen gerade operiert werden", erzählt Ramesh.

Experten aus ganz Indien in Kamagiri
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