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Für *Weltverbesserer

Gekommen um zu heilen

1. Juni 2011
Von Veronika Widmann

Veronika aus Mühldorf am Inn ist Redakteurin bei TONIC

Texte von Veronika
autor@tonic-magazin.de

Veronika Widmann

Das erkannte auch Dr. Jeyachandran, als er 1987 das erste Mal in die Gegend kam. Aus seinen jährlichen Besuchen wird der Wunsch, dauerhafte medizinische Hilfe zu leisten. Mit Hilfe von Spenden aus Kirchengemeinden, von privaten Krankenhäusern und anderen Doktoren bringt der tief gläubige Christ das Projekt ins Rollen: Im Jahr 2000 steht das erste Smart Care Gebäude, 2002 das zweite. Jeyachandran ist seitdem an fünf Tagen in der Woche für seine Patienten da, er arbeitet unentgeltlich. Spricht man ihn auf seine Leistungen an, ist ihm das sichtlich unangenehm. "Das ist einfach so passiert”, sagt er bescheiden.

Dr. Jeyachandran sieht seine Leistung bescheiden: Das sei einfach so passiert.

Dr. Jeyachandran sieht seine Leistung bescheiden: Das sei einfach so passiert.

Kumar lässt sich vom Stromausfall nicht aufhalten. Im Licht einer Taschenlampe spritzt er die restlichen Finger und umwickelt sie dann mit einem frischen Verband. Kumar ist ungefähr 30, genau weiß er es selber nicht, trägt Trainingshose und Sweatshirt und wenn er sich gerade nicht konzentriert, steht ständig ein breites Lächeln auf seinem Gesicht. "Ich liebe meine Arbeit hier, am liebsten assistiere ich bei Operationen oder Anästhesien”, erzählt er.

Zehn Jahre zuvor hatte Kumar wenig Grund zu lächeln: Er ist schwer krank, konnte kaum zehn Schritte laufen, ohne zusammenzubrechen, schlief schlecht. "Meine Freunde haben mir dann von Doktor Jeyachandran erzählt, der gerade dabei war, in Kamagiri ein Krankenhaus zu bauen”, erzählt er heute. Nach einer Untersuchung steht fest: Kumar hat ein Problem mit seinen Herzklappen, er muss unbedingt operiert werden. Die Operation ist zu kompliziert für das Smart Care Krankenhaus, aber Jeyachandran hat Kontakte zu einem Arzt in Bangalore und bezahlt für die Operation. Bald darauf geht es Kumar wieder besser, trotzdem verbringt er immer mehr Zeit bei Smart Care. Was er denn noch hier wolle, fragt Jeyachandran ihn irgendwann. Kumars Erklärung dafür ist einfach: "Die Hilfe, die ich erfahren habe, hat mich sehr beeindruckt. Ich wollte diese Erfahrung weitergeben und selbst anderen Leuten helfen."

Erfahrungen als Lohn für die Arbeit
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