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Für *Neuköllner

„Es gibt kein Interesse, die Lage der Roma zu verbessern“

1. Juni 2011
Von Fabian Stark

Freiheit redet man sich ein

Freiheit redet man sich ein

Wanderschaft.

Ein Klischee, das positiv oder negativ sein kann, je nach dem, wie man es dreht. Viele träumen vom freien, lustigen Roma-Leben, was längst nichts mehr mit der Realität zu tun hat. Die Wanderschaften damals waren wie die von Schaustellern, die sich von Punkt A nach B bewegen, aber am Punkt A wohnen. Auf dem Fahrrad in Berlin bin ich auch ein "wandernder Roma". Aber es gibt inzwischen auch sehr viele Roma, die dieses Klischee reproduzieren, weil es die Mehrheitsgesellschaft akzeptiert. Lieber das Klischee bestätigen und akzeptiert sein als normal wie alle anderen.

Vampire.

Die Filmindustrie hat sich glaub ich mit Roma und Vampiren beschäftigt. Aber die Roma haben immer gegen Vampire gekämpft. Es gab Roma-Sklaven bei Graf Dracula. Ansonsten haben Roma Angst vor Vampiren. Aber es gibt auch welche, die das sein wollen, das stimmt.

Naja, die gibt es ja in jeder Gesellschaft. Eins hab ich noch: In den Tag hinein leben.

Das heißt: Keine Zukunft, keine Planung?

Ja, keine Sorgen, ausschlafen, alles egal.

Wie Hippies… vielleicht gibt es manche, die das so versuchen. Die Roma-Familien, die ich kenne, sind so oft ausgeliefert – da merkt man, dass diese "Freiheit" nur eine Revolte ist, sie sind überhaupt nicht frei. Keiner ist frei. Das merken wir ja in der gesellschaftlichen Entwicklung in jeder Hinsicht, man hat in echt immer weniger Freiräume, aber denkt immer mehr, dass man frei sein kann oder ist.

Man redet sich die Freiheit ein?

Ja.

Roma-Musik und Schubladendenken
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Kommentare

GrimboldAm 8. Oktober 2011

Hört endlich auf Zigeuner "Roma" zu nennen .

FabianAm 8. Oktober 2011

Wieso lieber Zigeuner statt Roma? Auch lieber Gaul statt Pferd?