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Für *Weltherrscher

Des Kriegers bester Freund

1. Juni 2011
Von Jakob Hinze

Jakob aus Hamburg ist Autor bei TONIC

Texte von Jakob
autor@tonic-magazin.de

Jakob Hinze

VIERTER AKT: Fall der Riesen

Mobutu gibt sich noch nicht geschlagen. Er greift auf eine Strategie zurück, die afrikanischen Kriegsherren in vergangenen Jahrzehnten oft militärischen Erfolg einbrachte. Für einen zwischen drei- und zehntausend Dollar betragenden Sold kauft er für eine Armee sogenannte Söldnertruppen hinzu; das sind vermeintlich besser ausgerüstete und ausgebildete Krieger aus westlichen Staaten. In diesem Fall erwirbt Mobutu die Hilfe von serbischen Soldaten, die kurz zuvor im Krieg gegen Kroatien eingesetzt wurden und nach ihrer Niederlage nun beschäftigungslos und verfolgt sind – also gleich mehrere Gründe haben, das Land zu verlassen. Doch die "Weißen Riesen", wie man sie in Afrika aufgrund ihrer Überlegenheit lange ehrfurchtsvoll nannte, halten diesmal nicht, was sie versprechen. Gegen die mit amerikanischen Know-How versorgten Rebellen sind auch sie machtlos. Mobutus Kämpfer werden immer weiter in die Defensive gedrängt. 1997, drei Jahre nach Ausbruch des Krieges, wird er nach über fünfundzwanzig Jahren an der Macht gestürzt. Mobutu flieht nach Marokko.

FÜNFTER AKT: Das Ende vom Anfang

Kurz, ganz kurz, scheint Ruhe einzukehren im Land. Am 29. Mai 1997 werden ein neuer Präsident und eine neue Regierung vereidigt, aus Zaire wird die Demokratische Republik Kongo. Doch schon bald gehen die Kämpfe weiter. Der neue Herrscher, Laurent-Désiré Kabila, erweist sich als nicht weniger korrupt als sein Vorgänger, bald verbünden sich Ruanda und auch Uganda erneut gegen ihn. Kabila hat jedoch bereits mit anderen afrikanischen Staaten Pakte geschlossen, darunter Angola und Simbabwe. Ein so unübersichtlicher, verlustreicher und barbarsicher Krieg setzt sich fort, dass westliche Beobachter vom "Afrikanischen Weltkrieg" zu sprechen beginnen. Bis heute ist die Region von den Schlachten um Macht, Rohstoffe und Diamanten destabilisiert und gebeutelt. Ein Ende dieses Dramas ist noch lange nicht in Sicht.


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