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Für *Weltherrscher

Des Kriegers bester Freund

1. Juni 2011
Von Jakob Hinze

Jakob aus Hamburg ist Autor bei TONIC

Texte von Jakob
autor@tonic-magazin.de

Jakob Hinze

ZWEITER AKT: Neue Fronten

Ein paar Jahre dauert es noch, dann merkt er, wie wenig sich die Vereinigten Staaten noch für sein Wohlergehen interessieren. Der Völkermord von Ruanda, 1994 von den Hutu gegen die Tutsi verübt, schwemmt nach seinem Ende eine Welle von Flüchtlingen in den Osten seines Landes. Es sind die Hutu, die Täter, die nach ihrer militärischen Niederlage nun bei Mobutu Asyl suchen. Schon bald jedoch organisieren sich diese Flüchtlinge, um in ihrem Exil die Wiederbewaffnung und die Rückeroberung Ruandas zu planen. Die Regierung Ruandas schaut sich diese Aktivitäten nicht lange mit an und fällt im Kongo ein. Dort verbünden sie sich mit kongolesischen Rebellengruppen, die ihr Chance gekommen sehen, Mobutu loszuwerden. Der Machthaber wartet auf die Hilfe seiner alten Freunde, doch vergebens: Statt politischer, verfolgen die USA jetzt wirtschaftliche Interessen. Große amerikanische Konzerne wollen nicht, dass ihr Land auch nur einen Finger für Mobutu krumm macht. Im Gegenteil.

DRITTER AKT: Wer die Diamanten hat

Was unter Kongos Erde liegt, hat lange Zeit Mobutus Machenschaften finanziert, jetzt aber hilft es nur seinen Feinden: die Diamanten. Die Bergminen des Landes sind reich an Edelsteinen. Und westliche Konzerne haben ein großes Interesse an den Schürfrechten. Mobutu mochte im Kalten Krieg noch seinen Nutzen für die USA gehabt haben, aber wenn es um das Geschäfte machen geht, ist er für die Staaten ein Ärgernis. Zu Mobutus Entsetzen unterstützen die USA nicht ihn mit Geld und Waffen, sondern die ruandische Armee und die aufständischen Rebellen. Im Gegenzug liefern diese Diamanten und Rohstoffe, die das Preisgeld für den Sieger verlustreicher Kämpfe sind. Wer im Kongokrieg die rohstoffreichen Regionen beherrscht – und das gewonnene Gut ins Ausland zu verschiffen bereit ist – dem winkt die Gunst westlicher Waffenexporteure. Nicht umsonst erhalten die auf diesem Weg nach Amerika und Europa gelangten Edelsteine ihren vielsagenden Namen – Blutdiamanten.

Afrikanischer Weltkrieg?
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